Unsere Meißner Widder

Für die Bewertung gilt nachstehende Punktskala:

Gleichmäßige Silberung

15 Punkte

Blauleuchtendes Fell

20 Punkte

Dichtes, weiches Fell

20 Punkte

Ohren

10 Punkte

Größe

15 Punkte

Körperform

15 Punkte

Kondition

10 Punkte

Summa

100 Punkte

Herr Reck schreibt selbst über die neue Rasse: Meißner Widder-Kaninchen sind ein außerordentlich kräftiger, feuriger Kaninichenschlag mit Widdertyp Hängeohren und herrlichem blauleuchtendem Silberfell. Schenkel und Kreuz sind voll und stark, Stirn und Brust breit, das Auge nußbraun und kühn, wie das des Hasenkaninchens.

Die neue Rasse unterscheidet sich in ihren Formen, die durch das bei ihrer Herauszüchtung verwendete Silberblut Neigung zur Rundung zeigt, von allen übrigen. Die Tiere sind gedrungener und fleischiger wie die Englischen Widder, eleganter und schnittiger wie die Französischen und größer wie Silberkaninchen. Der Kopf ist nicht so stark und plump wie beim französischen runder und kräfiger wie beim Englischen Widder und ganz verschieden von dem Silberkaninchen. Die Ohren sind sehr kurz, 30 bis 40 cm Spannweite und werden hängend getragen. Die Jungen sind sehr schnellwüchsig und brauchen daher viel Nahrung, so dass nur kleine Würfe aufzuziehen sich empfiehlt. Die Verfärbung beginnt sehr frühzeitig. An einem acht Wochen alten Tier sind schon alle Rassenmerkmale, kräfig entwickelter Körper, Hängeohren und stark vorgeschrittene Silberung zu erkennen.

Auf die schnelle Verfärbung, die in ähnlicher Weise wie beim Silberkaninchen vor sich geht, wird viel Wert gelegt, weil sie, wie man ja weiß, bei jeder Rasse der Grund ist, dass die Züchter die Jungen oft sehr lange füttern müssen, ohne zu wissen, was aus ihnen einmal wird.

Beim Meißner Widder unterscheidet man ebenfalls die drei Schattierungen, hell, mittel und dunkel. Vorläufig beurteilt man jedoch Mängel der gleichmäßigen Schattierung an Nase und Blume nicht so streng wie beim Silberkaninchen, sondern legt mehr Wert auf leuchtende Farbe und Silberglanz. Der Meißner Widder ist eben jetzt noch hauptsächlich Nutztier und der Kürschner würde gerade diese Stellen sowieso abschneidern.

Für später hat diese aber keinerlei Berechtigung mehr, denn man könnte bei Silberkaninchen und Blauen Wienern ganz ähnlich sagen.

Die Gleichmäßigkeit der Schattierung über den ganzen Körper, Nase, Blume und Läufe inbegriffen, bei leuchtender Farbe und genügend Silberung, muß auch hier gefordert werden, weil sonst dies Tier beim heutigen Stande der Kaninchenzucht keine Berechtigung hätte.

Die Züchter erreichen dies sicher bald ohne große Schwierigkeiten, aber man beachte, dass die neue Rasse eigenartige, selbständige Körperformen besitzt, bemühe sich diese zu erhalten, und das Tier nicht zu einem Farbenschlage des französischen Widders zu machen. Das Durchschnittsgewicht des Meißner Widder soll 5 - 6 Kilo betragen.

Quelle: Unbekannt (alter Text in altdeutscher Schrift)